Fallstudie: Hydrema senkt VOC-Emissionen

Case Study: Wie eine innovative Beschichtungslösung einem führenden Nutzfahrzeughersteller half, seine Nachhaltigkeit und Produktionseffizienz zu verbessern.

Hydrema, ein dänischer Premiumhersteller von Bau- und Erdbewegungsmaschinen mit Produktionsstandorten in Støvring (Dänemark) und Weimar (Deutschland), hat gemeinsam mit Mankiewicz sein herkömmliches Zweischicht-Lackierverfahren durch eine innovative Einschichtlösung ersetzt. Angesichts steigender Produktionsmengen und gleichbleibender VOC-Emissionsgrenzwerte suchte das Unternehmen nach einem Beschichtungssystem, das höhere Effizienz mit erstklassiger Oberflächenqualität verbindet. Mit dem neuen Lacksystem konnte Hydrema die VOC-Emissionen um bis zu 40 % senken, den Korrosionsschutz verbessern, die Produktionsprozesse optimieren und eine gleichbleibend hohe Farbqualität bei Tausenden von Bauteilen sicherstellen. So schafft das Unternehmen die Grundlage für einen effizienteren, wirtschaftlicheren und nachhaltigeren Beschichtungsprozess und ist bestens für zukünftiges Wachstum aufgestellt.

Der deutsche Standort geriet durch das Wachstum zunehmend unter Druck

Dank einer stetig steigenden Nachfrage ist das Unternehmen Hydrema in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. Damit sind auch die Anforderungen an die Produktion gestiegen - insbesondere am Standort Weimar. Dort wurde die Fertigungskapazität deutlich ausgebaut, während die behördlich festgelegten VOC-Emissionsgrenzwerte unverändert blieben. Für die Lackierung bedeutete das erheblichen Handlungsdruck: Höhere Stückzahlen mussten innerhalb des bestehenden emissionsrechtlichen Rahmens realisiert werden. Vor diesem Hintergrund rückte der Wechsel des Lacksystems in den Fokus. „Der Einschicht Ansatz war deshalb der logische Schritt“, so Marianne Frank Mogensen

Die Wahl fiel schließlich auf eine einschichtige Lösung mit „Alexit High Build Monolyer“ von Mankiewicz. Der Lackhersteller war Hydrema bereits aus anderen Anwendungen vertraut. Entscheidend war nun, gemeinsam eine Lösung zu entwickeln und sicher in die Fertigung zu überführen, die den Anforderungen an Oberflächenqualität, Prozesssicherheit und Durchlaufzeit zuverlässig gerecht wird.

Messbare Verbesserungen in der Produktion

Die Umstellung brachte schnell messbare Vorteile: Durch den Wechsel vom Zweischichtsystem auf den Einschichter sank die VOC-Bilanz um 30 bis 40 %. Gleichzeitig verbesserte das neue Lacksystem den Korrosionsschutz und sorgte für erhebliche Prozessoptimierungen. Auch im Fertigungsfluss machte sich die Umstellung deutlich bemerkbar: Da die Bauteile nur noch einen Prozess schritt durchlaufen, erreicht Hydrema in Weimar heute einen höheren Durchsatz auf gleicher Fläche - ganz ohne zusätzliche Lackierkabinen. „Wir sind durch die Umstellung deutlich schneller und effizienter geworden. Entscheidend ist dabei, dass die Trocknungszeiten exakt zu unserem Fördersystem passen. Die Teile müssen innerhalb eines festen Zeitfensters ausreichend gehärtet und handlingfest sein“, sagt Marianne Frank Mogensen. Schon 2,5 Stunden nach der Lackierung sind die Bauteile bereit für die Montage.

Flexibles Lacksystem

Auch bei der Farbtonumsetzung bietet der neue Lack laut der Einkaufsleiterin mehr Spielraum. Neben den Standardfarben Hydrema-Gelb, Schwarz und Grau lassen sich auch individuelle Kundenfarben zuverlässig umsetzen. Dafür meldet Hydrema die gewünschten Farbtöne mit entsprechendem Vorlauf an Mankiewicz. Der Lackhersteller arbeitet den Farbton in der hauseigenen Farbmetrik aus und fertigt den Lack in der gewünschten Variante. Die Qualität bleibt dabei unverändert. „Für die Lackierer ist das ein entscheidender Vorteil: Mischungsverhältnis, Viskosität, Düsen, Druck und Temperatur bleiben gleich. Sie müssen sich nicht auf ein neues System einstellen, sondern arbeiten stets mit vertrauten Parametern“, so Marianne Frank Mogensen. Diese Konstanz im Prozess erhöht die Effizienz und schafft zugleich die nötige Flexibilität für Kunden.

Farbkonsistenz im Parallelbetrieb

Neben den Prozessvorteilen durfte die Umstellung den Produktionsverbund mit Støvring nicht beeinträchtigen. Während Weimar bereits mit dem Monolayer arbeitete, kam in Støvring zunächst das bisherige Lacksystem zum Einsatz. Entscheidend war daher, dass das Hydrema-Gelb standortübergreifend identisch wirkt optisch ebenso wie messtechnisch. „Für uns war klar: Auch wenn beide Werke vorübergehend mit unterschiedlichen Systemen arbeiten, muss am Ende jedes Bauteil zusammenpassen. Bei rund 50.000 Artikelnummern wäre schon eine geringe Abweichung im Oberflächenbild ein großes Problem gewesen“, beschreibt Mogensen die Herausforderung.

Eine wichtige Rolle spielte dabei die enger gefassten Delta-E-Toleranzen bei Mankiewicz. Gegenüber dem bisherigen Toleranzfenster von 1,0 ließ sich der Farbton dadurch deutlich präziser einstellen und stabil reproduzieren. „Am Ende war kein Unterschied im Gelbton erkennbar - weder im direkten Vergleich noch unter kritischen Lichtbedingungen. Das hat uns die Sicherheit für den Parallelbetrieb gegeben“, so Marianne Frank Mogensen.

Verbesserter Korrosionsschutz

Für Hydrema war die Umstellung nicht nur aus Prozess- und Umweltgründen entscheidend, sondern auch mit Blick auf die langfristige Qualität der Maschinen. Im Vergleich zum früheren Lacksystem erreichte das Unternehmen mit C3 VH (ISO 12944) eine höhere Korrosionsschutzklasse - ein wichtiger Faktor, denn die Maschinen sind im Baustelleneinsatz dauerhaft Steinschlag, Schmutz, Schmierstoffen und weiteren Belastungen ausgesetzt.

Gleichzeitig zeigte sich, dass die verbesserte Umweltbilanz nicht zulasten der Oberflächenqualität geht. „Unsere Maschinen verlassen das Werk in einem Top-Zustand. Und auch wenn sie im Einsatz ein hartes Leben haben, sollen sie über Jahre hinweg optisch überzeugen“, betont Marianne Frank Mogensen. Dass der Lackhersteller die Systeme bereits im Vorfeld umfassend testet und dokumentiert, gibt dem Beschichter zusätzliche Sicherheit: Anders als früher sind keine eigenen Feldprüfungen nach einem oder mehreren Einsatzjahren nötig, um Oberflächenbild, Farbtonstabilität oder UV-Beständigkeit zu überprüfen

Die Einführung in Dänemark ist abgeschlossen

Seit Anfang des Jahres ist auch der Standort Støvring vollständig auf Einschichtlack umgestellt. Rückblickend beschreibt Marianne Frank Mogensen diesen Schritt als vergleichsweise einfach, da Hydrema auf die Erfahrungen aus Weimar zurückgreifen und den Prozess sicher über tragen konnte. „In Weimar haben wir gemeinsam mit Mankiewicz alle Eventualitäten durchdacht. Deshalb wussten wir, dass das System auch in Støvring funktionieren würde - und genau so war es“, sagt sie.

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