Genetischer Zwilling gesucht und gefunden!

Gemeinsam mit der DKMS Blutkrebs besiegen.

Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein. Nur 5 Minuten dauert die Registrierung bei der DKMS, um jemandem mit Diagnose Blutkrebs als Stammzellspender eine zweite Lebenschance zu geben.

Ob im Rahmen der Mankiewicz Gesundheitstage oder privat – eine Vielzahl unserer Mitarbeiter:innen haben sich bereits als potentielle Lebensretter:innen in die Kartei der DKMS aufnehmen lassen. Und wir freuen uns sehr, dass einige von ihnen nicht nur in die engere Auswahl als Stammzellspender gekommen sind, sondern auch tatsächlich bereits gespendet haben. Ein tolles Ergebnis, wenn man bedenkt, dass 13.000 Gewebemerkmale zwischen Spender und Patient übereinstimmen müssen.

Anna N. und Kristina H. arbeiten am Hamburger Standort von Mankiewicz. In ihren persönlichen Geschichten berichten sie über ihre Erfahrungen vor, während und nach der Spende und vor allem, wie es sich anfühlt, seinen genetischen Zwilling gefunden zu haben.

Anna N.

Meine Geschichte mit der DKMS begann im Oktober 2015 bei Mankiewicz. Ich registrierte mich im Rahmen der Gesundheitstage. Damals habe ich nicht geglaubt, dass es einen genetischen Zwilling auf dieser Welt gibt, der tatsächlich meine Hilfe benötigte. Schon ein paar Monate später wurde ich zu weiteren Tests eingeladen. Ich musste das erst einmal einige Tage auf mich wirken lassen. Aber ich habe mich registriert und somit war für mich klar, dass ich das durchziehe. Nach einigen Untersuchungen und einer medikamentösen Vorbereitung ging es für mich in die Klinik. Ähnlich wie bei einer Dialyse wurden die Stammzellen aus dem Blut gefiltert und später entnommen. Ich will nicht lügen, der Prozess war etwas unangenehm, aber man darf nie vergessen: man kann damit ein Leben retten! Für meine Gesundheit hatte die Stammzellentnahme keine Folgen, könnte aber für die Gesundheit eines Anderen alles bedeuten.

Nun sind einige Jahre seit meiner Spende vergangen. Die ersten Jahre hat mich diese Person in meinen Gedanken fast täglich begleitet. Wer ist der Andere? Geht es ihr oder ihm gut? Durch die DKMS erhielt ich in regelmäßigen Abständen Updates zu dem Zustand des Empfängers. Nach zwei Jahren lief (je nach Vorschriften des Landes) die Anonymitätsfrist ab. Ich habe einen Adressaustausch bei der DKMS beantragt und erinnere mich zu gut an den Tag, als das Schreiben mit Kontaktdaten des Empfängers bei mir angekommen ist. Man hatte nun einen Namen und eine Adresse. Ich entschloss mich, zunächst eine E-Mail zu schreiben. Aber was schreibt man einer Person, die man eigentlich gar nicht kennt? Ich stellte mich zunächst vor und schickte auch ein paar Bilder. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Den Kontakt haben wir über die Jahre gehalten. Leider war er sehr krank und auf eine zweite Spende von jemand anderem angewiesen. Mittlerweile geht es ihm aber besser und wir wollen auch noch in diesem Jahr ein Treffen planen. Wie aufregend!

Meine Geschichte hat zum Glück ein Happy End. Ich denke aber, es ist wichtig zu verstehen, dass man nicht immer der Person das Leben retten kann. Oft kann man ihr aber wertvolle Zeit schenken, die sie vielleicht nicht im Krankenhaus verbringen muss, sondern zu Hause mit der Familie. Oder Zeit, um auf eine weitere Spende zu warten, die am Ende Leben retten kann.


Kristina H.

Nachdem mein Cousin mit nur 4 Jahren an akuter Leukämie verstorben ist, habe ich mich bereits mit 17 Jahren bei einer Aktion der Berufsschule als potentieller Spender registrieren lassen. Viele Jahre vergingen, bevor ich von der DKMS angerufen wurde. Nach Auswertung der Bestätigungstypisierung konnte ich jedoch nicht weiter berücksichtig werden. Umso überraschender kam der Anruf im April diesen Jahres. Nach erneuter Bestimmung meiner Gewebemerkmale und Abgleich mit denen des Empfängers kam ich tatsächlich als möglicher Stammzellspender für diesen Patienten in Frage. Ab diesem Zeitpunkt stiegen meine Aufregung und Freude, jemandem helfen zu können. Gleichzeitig habe ich mich dann natürlich gefragt, wer dieser Mensch wohl ist und wo er herkommt.

Die Voruntersuchung fand in einer Spezialklinik statt. Dort wurde ich von Kopf bis Fuß durchgecheckt, um zu prüfen, ob mein Gesundheitszustand eine problemlose Spende erlaubt. Nach einem kleinen Kurs im „Spritzensetzen“ konnte ich mich dann mit meinem „Medikamenten Care Paket“ auch schon wieder auf den Rückweg nach Hause machen. Bei einer peripheren Stammzellentnahme werden die Stammzellen über das Blut gesammelt. Der Wirkstoff regt das Wachstum der Stammzellen an und sorgt für eine Ausschwemmung in die Blutbahn.

Während der Wartezeit bis zur Spende dachte ich häufig an den Empfänger und wie es ihm geht. Was, wenn ich mich in der letzten Sekunde noch gegen eine Spende entschieden hätte? Die Aussicht, ein Leben zu retten, machte es mir leicht, das Medikament zu injizieren. Auch die Nebenwirkungen relativierten sich schnell wieder. Allerdings war ich doch sehr froh, als der Tag der Entnahme kam und ich morgens erneut die Klinik betrat. Die Spende verlief vollkommen schmerz- und problemlos und die Betreuung war sehr gut. Meine Blutwerte waren schon vor der Spende vielversprechend, was sich später bei der Ausbeute der Stammzellen bestätigte. Nach 5 Stunden an der Maschine konnte ich bereits den Nachhauseweg antreten, mit dem Gefühl, jemandem eine Chance auf Leben ermöglicht zu haben.

Nach ein paar Tagen erfuhr ich, dass der Patient auf die Transplantation vorbereitet wurde. Mir wurde auch mitgeteilt, dass der Empfänger ein junger Mann aus Frankreich sei. Trotz des Kontaktverbots nach französischem Recht habe ich nun so ein vages Bild meines genetischen Zwillings und drücke ihm alle Daumen.


Je mehr Menschen bei der DKMS registriert sind, desto mehr Leben können gerettet werden. Wir danken allen Registrierten und Spendern für ihre Unterstützung bei diesem so wichtigen Thema. Lassen Sie uns gemeinsam mit der DKMS den Kampf gegen Blutkrebs weiterführen! Registrieren Sie sich jetzt hier!

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DKMS